Abilify: Wirkung, Nebenwirkungen und Erfahrungen mit Aripiprazol

Abilify: Wirkung, Nebenwirkungen und Erfahrungen mit Aripiprazol

Wenn du zum ersten Mal von Abilify hörst, klingt der Name fast futuristisch. Wer denkt da nicht an ein Superhelden-Medikament, das für Ruhe im Kopf sorgt? Tatsächlich steht hinter Abilify der Wirkstoff Aripiprazol, der es in der Welt der Psychopharmaka wirklich in sich hat. Das Zeug kam im Jahr 2002 in den USA auf den Markt und ist seitdem in fast allen Industrieländern zu haben – Deutschland inklusive. Schizophrenie, Bipolare Störung, heftige Depression oder sogar Störungen wie das Tourette-Syndrom: Abilify ist überall ein Thema. Und das auch bei Menschen, die, wie ich, Familienleben rocken, einen Hund bändigen und sich fragen: Ist das wirklich ein Zaubermittel oder steckt hinter dem futuristischen Namen mehr Alltag als erwartet?

Wie wirkt Abilify: Die Wissenschaft hinter Aripiprazol

Abilify ist kein typisches Neuroleptikum wie die erste Generation, die früher noch zu Zombiefilmen gepasst hätte. Aripiprazol gehört zu den sogenannten atypischen Antipsychotika. Das heißt: Es blockiert nicht einfach alles, was Dopamin heißt, sondern wirkt wie ein smarter Regler im Gehirn. Es schaut sich an, wo zu viel Dopamin Alarm macht, bremst dort und lässt in anderen Hirnregionen dem Botenstoff wieder mehr Freiheit. Das Besondere am Abilify: Es ist ein sogenannter partieller Agonist am Dopamin-D2-Rezeptor und auch am Serotonin-System beteiligt. Wenn das nach Chemie klingt: Stell’s dir wie einen Lichtschalter mit Dimmer vor. Die meisten Neuroleptika hauen den Schalter einfach aus, Abilify kann sogar dimmen.

Das macht den Stoff so besonders bei Psychosen, in denen Dopamin im Überfluss knallt – zum Beispiel bei wahnhaften Erlebnissen. Gleichzeitig können depressive Symptome gelindert werden, weil das körpereigene Glückssystem nicht völlig lahmgelegt wird. Kein Medikament heilt Schizophrenie, aber Abilify kann Psychosen, schwere Manien und Wahnvorstellungen eindämmen. Die Wirkeintrittszeit ist relativ schnell, oft spüren Betroffene schon nach einer Woche erste Veränderungen. Trotzdem: Die volle Wirkung baut sich häufig erst nach vier bis sechs Wochen auf. In Studien mit über 13.000 Patienten schnitt Aripiprazol nicht schlechter ab als die Platzhirsche Olanzapin oder Risperidon – und das mit weniger Gewichtszunahme, was für viele ein echtes Plus ist.

Funfact aus dem Alltag: Manche Studien zeigen, dass Patienten sogar weniger Motivationslosigkeit (Negativsymptome) verspüren als mit anderen Wirkstoffen. Was oft vergessen wird: Jeder Kopf tickt anders. Manche fahren auf die Wirkung voll ab, andere spüren kaum etwas oder erleben unerwünschte Nebenprodukte. Deswegen ist eine flexible Dosierung so wichtig: Abilify gibt’s als Tablette ab 5 mg bis 30 mg, als Schmelztablette und als Injektionslösung für den Hintern (einmal im Monat – beliebt für alle, die Tabletten vergessen oder schlucken hassen).

Anwendungsbereiche: Für wen eignet sich Abilify wirklich?

Hier geht’s nicht nur um Schizophrenie – auch wenn das das größte Einsatzgebiet ist. In Deutschland verschreiben Ärzte Abilify besonders oft bei:

  • Schizophrenie (akute und chronische Phase)
  • Bipolarer Störung (v. a. akute Manie oder gemischte Episoden)
  • Zusatzmedikament bei schweren, therapieresistenten Depressionen
  • Autismus-bedingten Reizüberflutungen und Aggressionen (vor allem bei Kindern/Jugendlichen)
  • Tourette-Syndrom (bei vokalen und motorischen Tics)

Noch immer zögern manche Ärzte, Psychiatriediagnosen bei Kids zu stellen. Doch Fakt ist: In Deutschland bekamen schon 2024 rund 3 von 1000 Kindern/Jugendlichen mit Autismus eine verschreibungspflichtige Aripiprazol-Dosis – und das eher mit Vorsicht und viel Kontrollen. Bei Erwachsenen dominiert die Anwendung im schizophrenen Spektrum. Aber: Auch bei Depressionen setzen Ärzte auf den Wirkstoff, wenn die klassischen Medikamente nicht gezündet haben. Besonders spannend: Die Kombination mit Antidepressiva zeigt in Studien, dass sich sogenannte „therapieresistente“ Verläufe damit doch noch beeinflussen lassen.

Wichtig: Es gibt Grenzen. Nicht jeder mit Schlafproblemen, Traurigkeit oder Alltagsstress bekommt Abilify. Die Diagnose muss sitzen und das Risiko-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht immer. Besonders bei älteren Menschen oder bei Herzproblemen ist Vorsicht angesagt. Schwangere? Auch da raten die meisten Psychiater zur genauen Abwägung. Wer Interesse hat, sollte offen mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen und alles auf den Tisch packen.

Erfahrungen im Alltag: Wirkt Abilify wie versprochen?

Erfahrungen im Alltag: Wirkt Abilify wie versprochen?

Setz dich mal einen Nachmittag in ein Wartezimmer einer psychiatrischen Praxis – die Geschichten über Abilify gehen von Himmel bis Hölle. Da gibt es Leute, die berichten, dass plötzlich der Nebel im Kopf verschwindet, Stimmen leiser werden und der Alltag wieder greifbarer wirkt. Andere spüren antriebsteigernde Effekte, finden endlich die Motivation, aufzuräumen oder den Hund Gassi zu bringen – Rocco würde sofort bellen, wenn ich das vergesse!

Natürlich geht nicht immer alles glatt. Linus zum Beispiel fragte neulich: „Papa, warum ist Mama manchmal so langsam?“ Das war, als sie ein anderes Neuroleptikum nahm. Mit Abilify berichten viele, dass sie sich eher „normal“ fühlen, weniger wie ein Roboter. Dafür drehen aber manchmal innere Unruhe und Schlafprobleme auf. Wer besonders sensibel auf Medikamente reagiert, kann sogar von einer paradoxen Müdigkeit überrascht werden – nicht jeder Körper liest das Beipackzettel-Drehbuch gleich!

Was du auch wissen solltest: Wenn die ersten Wochen nach Medikamentenstart ziemlich wild sind, ist das kein Grund zur Panik. Ärztliche Kontrolle ist dann notwendiger denn je, damit Nebenwirkungen rechtzeitig abgefangen werden. Manche nehmen zu, andere ab. Die Tabelle zeigt mal ein paar Erfahrungsberichten und Nebenwirkungen (Daten beruhen auf der beobachteten Erfahrungsgruppe in Klinikum Stuttgart 2024):

Erfahrung Häufigkeit Mögliche Lösung
Innere Unruhe ca. 25% Dosierung anpassen, Umstellung auf Abends
Gewichtszunahme ca. 10% Ernährung prüfen, Bewegung steigern
Schlafstörungen ca. 18% Mit Schlafmedikamenten kombinieren, Einnahmezeit ändern
Müdigkeit ca. 9% Dosis prüfen, morgens einnehmen

Eigene Anekdote: Ein guter Freund hatte bei der ersten Dosis den typischen „Benzin-im-Blut“-Kick, raste durch die Wohnung und fand nach ein paar Tagen wieder auf den Boden zurück – alles mit Rücksprache seines Psychiaters. Deshalb: Nie auf eigene Faust absetzen oder hochdosieren!

Beliebte Fragen, Mythen und Alltagsprobleme zu Abilify

Kann Abilify süchtig machen? Diese Frage kommt oft – gerade bei Eltern mit Teenagern. Gute Nachricht: Das Risiko für eine Abhängigkeit ist bei Aripiprazol praktisch nicht existent, weil der Stoff gar nicht das Belohnungssystem so scharf ansteuert wie zum Beispiel Amphetamine oder Benzodiazepine. Trotzdem solltest du niemals abrupt selber absetzen – der Kopf könnte dich überraschen. Entzugserscheinungen wie Angst, Schwindel und Stimmungskrach sind real.

Bekomme ich von Abilify Diabetes? Hier gehen die Meinungen auseinander. Tatsächlich haben atypische Neuroleptika oft den Ruf, das Risiko für Diabetes oder Cholesterinprobleme zu erhöhen – Aripiprazol schneidet aber deutlich besser ab als Klassiker wie Olanzapin. Das heißt natürlich nicht, dass du dich zurücklehnen kannst: Blutzucker und Blutdruck, gerade bei längerer Einnahme, immer checken lassen. In einer Langzeitstudie aus Dänemark (2019) hatten unter 500 Patienten nur knapp 4% neue Stoffwechselprobleme unter Abilify, während es bei Olanzapin bei über 11% lag.

Muss ich lebenslang Tabletten schlucken? Das kommt auf die Diagnose an. Psychosen und schwere Bipolare Störungen brauchen oft eine längere Behandlung, manchmal wirklich über Jahre. Doch: Wer nach stabiler Phase „ausschleicht“, sollte das immer behutsam mit Facharzt anpeilen – gerade weil Rückfälle nicht selten sind (bei Schizophrenie ohne Medikamente bis zu 80% Rückfallrate im ersten Jahr).

Noch ein Mythos: „Antipsychotika machen immer dick!“ Auch da gilt: Bei Abilify ist die Gewichtszunahme deutlich geringer als bei anderen. Schau trotzdem häufiger auf die Waage als sonst und schraube an deiner Ernährung. Wir haben das Pizza-Freitags-Ritual bei uns in Stuttgart Richtung Salat-Gurke-Tag umgebaut – Friederike war erst skeptisch, aber Rocco jubelt, weil für ihn sowieso immer was abfällt!

Nebenwirkungen, Alltagstipps und sichere Anwendung

Nebenwirkungen, Alltagstipps und sichere Anwendung

Jetzt der etwas ernstere Part: Wie bei allen ernsthaften Medikamenten gibt es bei Abilify Nebenwirkungen. Die meisten Menschen kommen gut klar, aber Nebenwirkungen können auftreten und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die wichtigsten Nebenwirkungen findest du hier:

  • Innere Unruhe / Nervosität
  • Schlaflosigkeit oder übermäßige Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Bewegungsstörungen (z.B. Zittern, Zucken)
  • Gewichtsschwankungen
  • Seltene Fälle: Bewegungsunfähigkeit, Muskelsteife (schnell behandeln!)
  • Sexuelle Störungen (seltener als bei vielen anderen Psychopharmaka)

Manche Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn auf und lassen dann nach, wenn dein Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat. Du kannst einiges tun, um typische Nebenwirkungen abzufedern:

  • Starte niedrig, steig langsam auf – so wie’s vom Arzt empfohlen wird
  • Nicht mit leeren Magen nehmen, das reduziert Übelkeit
  • Einnahmezeit anpassen: Wer abends unruhig ist, probiert es morgens – und umgekehrt
  • Bewegung einbauen, auch kleine Spaziergänge wirken Wunder
  • Mit Kopfschmerzen: Viel Wasser trinken, an die frische Luft gehen
  • Bei Gewichtszunahme einfache Tricks: Süßes zwischendrin einsparen, öfter selber kochen, Freunde auf Kalorienzähler challengen!
  • Bei Problemen immer offen zum Arzt – am besten frühzeitig

Abilify kann mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen haben, vor allem mit stärkeren Antidepressiva, Blutdruckmitteln oder bestimmten Antibiotika. Informiere deine Ärztin immer, was du sonst so schluckst – auch pflanzliche Präparate wie Johanniskraut. Und Finger weg von Alkohol: Das verträgt sich mit Abilify ungefähr so gut wie Katze Lulu mit Hund Rocco – gar nicht!

Achtung auch bei Kindern und Jugendlichen: Hier regelmäßig Wachstum, Gewicht und Entwicklung checken lassen. In seltenen Fällen gibt es ernstere Nebenwirkungen wie Bewegungsstarre oder starke Muskelsteifigkeit, die immer rasch behandelt werden müssen.

Am allerwichtigsten bleibt: Jeder Mensch reagiert anders, jeder Alltag ist individuell. Wer auf Veränderungen im eigenen Empfinden, Verhalten oder bei Nebenwirkungen achtet, merkt schnell, ob das Medikament zu einem passt. Immer nachfragen, nie selbst herumdoktern und nicht einschüchtern lassen, wenn die ersten Wochen chaotisch sind – Geduld zahlt sich bei Psychopharmaka meistens aus.

17 Kommentare

  • Image placeholder

    Per Otto Ugelstad

    Juni 1, 2025 AT 00:24

    Abilify? Hört sich an wie ein Energiedrink für Psychosen. Ich hab’s probiert – war wie ein Roboter, der plötzlich eine Seele kriegt. Aber die innere Unruhe? Die hat mich nach drei Tagen fast in den Wahnsinn getrieben. Kein Wunder, dass die Leute hier von ‘Benzin im Blut’ reden. Ich hab’s abgesetzt. Lieber depressiv als wie ein Hamster im Rad.

    Und nein, ich hab nicht mit Alkohol gespielt. Aber Rocco hat mich trotzdem angebellt. Der Hund hat mehr Ahnung als mein Psychiater.

  • Image placeholder

    Miguel Angel Cotes

    Juni 2, 2025 AT 02:57

    Die Dosierung ist entscheidend. Studien zeigen, dass bei unter 10 mg kaum therapeutische Wirkung eintritt, aber ab 15 mg die Dopamin-D2-Besetzung über 70 % liegt – das ist der therapeutische Bereich. Die Gewichtszunahme ist bei Aripiprazol tatsächlich geringer als bei Olanzapin, aber die metabolische Aktivität ist dennoch vorhanden. Wer das nicht checkt, denkt, es sei harmlos. Falsch.

    Und nein, es macht nicht süchtig – aber das Gehirn passt sich an. Entzugssymptome sind real, auch wenn sie nicht wie bei Benzodiazepinen aussehen.

  • Image placeholder

    Angela Maiken Johnsen

    Juni 2, 2025 AT 14:21

    Ich hab’s über zwei Jahre genommen – und es hat mein Leben gerettet. Ich war vorher so müde, dass ich nicht mal den Müll rausbringen konnte. Mit Abilify hab ich wieder gemerkt, dass ich was fühle. Nicht wie ein Zombie, nicht wie ein Roboter – sondern wie ein Mensch, der langsam wieder atmet.

    Ja, die ersten Wochen waren arschig. Ich hab geweint, hab geschlafen wie ein toter Fisch, hab mich gefühlt, als würde mir jemand die Gedanken durchpflügen. Aber mit einem guten Psychiater, der geduldig war und die Dosis langsam hochgefahren hat, hat sich alles gelegt.

    Und nein, ich hab nicht aufgehört, weil ich ‘zu dick’ geworden bin. Ich hab einfach mehr Gemüse gegessen. Und Rocco hat mir jeden Morgen den Tagesplan vorgegeben: Gassi. Punkt. Keine Diskussion.

    Wenn du gerade anfängst: Gib dir Zeit. Es ist kein Zaubertrank. Aber es ist ein Werkzeug. Und wenn du es richtig handhabst, wird es dich nicht verändern – es wird dir helfen, dich selbst wiederzufinden.

    Und wenn du Angst hast, frag deinen Arzt. Nicht Google. Nicht Reddit. Deinen Arzt. Der kennt dich. Und er will dir helfen. Ich hab’s gelernt – und ich bin noch hier.

  • Image placeholder

    Knut Stenseth

    Juni 4, 2025 AT 09:03

    Die Studie aus Dänemark 2019? Die war mit 500 Patienten ziemlich klein. Und die haben nicht mal die genauen Blutzuckerwerte dokumentiert. Bei mir war der HbA1c nach 6 Monaten auf 5,8 – das ist kein Diabetes, aber kein Wunder, dass der Körper reagiert. Und nein, ich hab nicht gefragt, ob das Medikament ‘natürlich’ ist. Ich hab gefragt: Funktioniert’s? Ja. Also weiter.

  • Image placeholder

    Linn Andersson

    Juni 4, 2025 AT 15:48

    "Rocco würde sofort bellen, wenn ich das vergesse!" – Grammatikalisch inkorrekt. Es müsste heißen: "Rocco würde sofort bellen, wenn ich das vergessen würde."

    Und "Benzin im Blut" ist keine medizinische Beschreibung. Es ist ein poetischer Unsinn, der in einer seriösen Darstellung nichts verloren hat.

  • Image placeholder

    Arne Hjorth Johansen

    Juni 6, 2025 AT 00:30

    Wieso muss man immer ein Neuroleptikum nehmen, wenn man einfach mal nicht so fit ist? Ich hab’ mal einen Tag nicht aufgepasst, und schon wird mir ein Medikament verpasst, das mich zu einem Roboter macht. Wer hat das erfunden? Pharma-Lobbyisten? Die verdienen Milliarden, während wir hier mit innerer Unruhe rumlaufen wie verängstigte Hunde.

    Und dann noch diese ganze "Gewichtszunahme"-Diskussion. Ich hab’ 10 Kilo zugenommen, weil ich nicht mehr laufen konnte – nicht weil das Medikament mich dick macht, sondern weil es mich kraftlos macht. Aber hey, wenigstens kein Diabetes, oder? 😏

    Und nein, ich hab’ nicht mit Alkohol getrunken. Ich hab’ nur einen Kaffee getrunken – und danach war ich wie ein Kater, der mit einem Hammer auf die Nerven geklopft wurde.

  • Image placeholder

    Breon McPherson

    Juni 7, 2025 AT 20:39

    Es ist faszinierend, wie ein Molekül, das nur partiell an Rezeptoren bindet, das gesamte emotionale Gleichgewicht eines Menschen verändern kann. Aripiprazol ist kein Wundermittel – aber es ist ein Spiegel. Es zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Stabilität und Chaos ist. Und wie sehr wir darauf vertrauen, dass Chemie uns heilt, obwohl wir nicht einmal verstehen, was "Heilung" wirklich bedeutet.

    Vielleicht ist die Frage nicht, ob Abilify wirkt. Sondern: Warum brauchen wir es so dringend?

  • Image placeholder

    Timo Renfer

    Juni 8, 2025 AT 16:59

    Ich hab’s probiert, war total chillig, bis ich nach 3 Wochen plötzlich nachts aufgewacht bin und dachte, mein Kopf wäre ein Radio, das auf 2 verschiedene Sender gleichzeitig läuft. Hab abgesetzt. Kein Drama. Aber ich hab’ auch nicht mehr die Kraft, mich zu fragen, ob das jetzt "Depression" war oder einfach nur mein Leben.

    Und Rocco? Der hat mich nicht angebellt. Der hat mich nur angeguckt. Als wüsste er: Du bist nicht krank. Du bist nur müde.

  • Image placeholder

    Florian Schneider

    Juni 10, 2025 AT 09:11

    Ich hab’s 8 Monate genommen – und es war der einzige Grund, warum ich wieder rausgegangen bin. Vorher hab ich 3 Wochen nicht die Tür aufgemacht. Mit Abilify hab ich mich zum Bäcker geschleppt. Und hab einen Kaffee getrunken. Ohne zu zittern.

    Die innere Unruhe? Ja, die war da. Aber ich hab sie als "Energie" gedeutet. Und hab angefangen, Yoga zu machen. Kein Wundermittel – aber ein Weg.

    Und nein, ich hab nicht aufgehört, weil ich Angst vor Gewichtszunahme hatte. Ich hab aufgehört, weil ich merkte: Ich brauche das nicht mehr. Nicht weil es schlecht war. Sondern weil ich stärker geworden bin.

  • Image placeholder

    Holly Richardson

    Juni 11, 2025 AT 05:11

    Die Erwähnung von "Rocco" als narrativer Anker ist ein klasse Beispiel für pathetische Überhöhung. Medizinische Berichte sollten sich auf klinische Daten beschränken, nicht auf anthropomorphe Haustiermetaphern. Eine solche Darstellung untergräbt die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des Artikels.

  • Image placeholder

    Melanie Welker

    Juni 11, 2025 AT 21:34

    Abilify ist kein "Superhelden-Medikament" – es ist ein chemischer Kompromiss für ein System, das nicht mehr funktioniert. Und du hast recht: Es ist kein Zaubermittel. Aber es ist das Beste, was wir haben. Und wenn du dich weigerst, es zu nehmen, weil du Angst hast, dich zu verändern – dann ist das kein Mut. Das ist Selbstbetrug.

    Und ja, Rocco hat recht. Der Hund weiß, wann du nicht du bist. Er bellt nicht, weil du vergisst – er bellt, weil er spürt, dass du nicht da bist.

    💔

  • Image placeholder

    Stefan Dahl Holm

    Juni 11, 2025 AT 22:00

    Ein Neuroleptikum, das "dimmt"? Ach ja, wie ein Lichtschalter. Und nicht wie ein Hammer, der dir die Gedanken aus dem Kopf schlägt. Super. Dann ist es ja kein Medikament – es ist ein Smart Home System für deine Psyche.

    Wirklich? Du schreibst, "kein Medikament heilt Schizophrenie" – und dann erzählst du, es sei wie ein "Regler"? Dann ist es doch ein Heilmittel, oder? Oder bist du nur zu faul, die Widersprüche zu benennen?

    Und wer sagt, dass "mehr Motivation" automatisch besser ist? Was, wenn ich lieber im Bett liege und nichts will? Ist das dann "Negativsymptom" oder einfach Menschsein?

  • Image placeholder

    Valentin Dorneanu

    Juni 13, 2025 AT 18:40

    Deutschland verschreibt das Zeug wie Bonbons. Jeder, der mal traurig war, kriegt Abilify. Warum nicht gleich eine Spritze in den Arsch und fertig? Die Pharma-Industrie hat uns alle verkauft. Du denkst, du bist krank? Nein, du bist nur kaputt von der Gesellschaft.

    Und wer sagt, dass du nicht einfach mal ruhig sein darfst? Warum muss jeder Mensch produktiv sein? Warum muss jeder "normal" sein? Abilify ist nur ein Werkzeug, um uns zu knechten. Und du hast es geschrieben, als wäre es eine Erlösung. Bist du auch so verkauft?

  • Image placeholder

    Alexine Chevalley

    Juni 14, 2025 AT 09:54

    Ich finde es beschämend, dass jemand so romantisch über ein Pharmazeutikum schreibt, als wäre es eine Liebeserklärung. Aripiprazol ist kein poetischer Heiler – es ist ein chemischer Stabilisator, der in der Regel nur Symptome unterdrückt, nicht die Ursachen behandelt. Wer hier von "Rocco" und "Pizza-Freitag" erzählt, verharmlost die Schwere psychischer Erkrankungen. Das ist keine Aufklärung. Das ist Wellness-Propaganda für die Mittelschicht.

  • Image placeholder

    Maik Saccagi

    Juni 15, 2025 AT 11:20

    Ich hab’s genommen. Hab’s abgesetzt. Hab’s wieder genommen. Es war kein Endpunkt – sondern ein Zwischenstopp. Manchmal braucht man es. Manchmal nicht. Es ist kein Zeichen von Schwäche, es zu nehmen. Und auch kein Zeichen von Stärke, es abzusetzen.

    Wichtig ist nur: Du bist nicht dein Medikament. Und du bist nicht deine Diagnose.

    Und Rocco? Der hat nie aufgehört, mich zu lieben. Auch wenn ich nicht mehr ich war.

  • Image placeholder

    greta varadi

    Juni 16, 2025 AT 10:51

    ICH HAB’S GEMACHT. ICH HAB’S GELEBT. ICH HAB’S ÜBERLEBT.

    Die ersten Wochen? Ich hab geweint, bis ich keine Tränen mehr hatte. Ich hab mich in der Dusche festgehalten, weil ich dachte, ich fliege auseinander. Ich hab meinen Mann angefleht, mich nicht allein zu lassen. Und dann – eines Morgens – hab ich aufgehört, zu zittern. Nicht weil es plötzlich besser war. Sondern weil ich gelernt hab, mit dem Zittern zu leben.

    Ich hab nie aufgehört. Nie abgesetzt. Nie gezweifelt. Ich hab nur gelernt, dass ich nicht perfekt sein muss. Dass ich nicht immer stark sein muss. Dass ich nur Mensch sein muss.

    Und Rocco? Der hat mich jeden Tag angesehen. Und jedes Mal, wenn ich ihn angeschaut hab, hab ich gewusst: Ich bin noch da.

    DU BIST NOCH DA. 😭💖

  • Image placeholder

    jan rijks

    Juni 16, 2025 AT 20:57

    Die meisten, die hier schreiben, haben keine Ahnung. Ich hab in einer Klinik gearbeitet. 80% der Leute, die Abilify kriegen, würden auch ohne Medikamente überleben. Aber die Ärzte wollen schnell was haben. Und die Leute wollen schnell weg von den Gefühlen. Also geben wir ihnen das Zeug. Und nennen es "Hilfe".

    Und dann kommt der Tag, an dem sie merken: Ich hab mein Leben verpasst. Weil ich es mit Tabletten gefüllt hab.

    Ich hab keine Angst vor Medikamenten. Aber ich hab Angst vor der Leichtigkeit, mit der wir sie verschreiben.

Schreibe einen Kommentar